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News vom 23.02.2018

Zweite Hälfte der Auswärtspartie macht Auern Mut fürs Heimspiel
(Quelle: Freie Presse)
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Trotz einer Aufholjagd hat Handball-Zweitligist EHV vorgestern in Nordhorn knapp mit 26:28 verloren. Nun geht es am Sonntag in Lößnitz gegen die starken Wölfe aus Rimpar.

VON KJELL RIEDEL

NORDHORN/LÖSSNITZ - Auf der fast 600 Kilometer langen nächtlichen Rückfahrt vom Auswärtsspiel am Mittwochabend bei der HSG Nordhorn-Lingen haben die Zweitliga-Handballer des EHV Aue die bittere 26:28-Niederlage (11:17) hoffentlich verdaut. Schließlich müssen sie die Köpfe schnell wieder freibekommen, um es am Sonntag ab 17 Uhr in der heimischen Erzgebirgshalle in Lößnitz ernsthaft mit den Wölfen aus Rimpar aufnehmen zu können. „Die stehen ja noch deutlich besser da als Nordhorn-Lingen“, sagt Aues Trainer Stephan Swat.

Jener befand sich nach dem Auftritt vorgestern in Niedersachsen irgendwo zwischen Trauer, Stolz und Ärger. Weil seine Schützlinge sich für die starke zweite Hälfte und die Aufholjagd nicht zumindest mit einem Punkt belohnt hatten. „Toll, wie die Jungs gekämpft haben. Zumal wir in der 37. Minute auch noch Kevin Roch nach der dritten Zeitstrafe mit Rot verlieren, wobei mindestens eine der Strafen unberechtigt war“, berichtet der Coach. Und am Ende musste er mit ansehen, wie die Gastgeber beim Stand von 27:26 für die HSG ihren letzten Angriff fast eine Minute lang ungestraft ausspielen durften – bis sie zum entscheidenden 28:26 trafen.

„Aber letztlich helfen uns alles Jammern und alle Kritik an einzelnen Entscheidungen der Schiedsrichter nicht weiter. Denn den Grundstein für die Niederlage haben wir wieder so ein bisschen selbst gelegt“, räumt Swat ein. Da gab es jene Phase in der ersten Hälfte, als die Auer 5:4 vorn lagen, es jedoch versäumten, den Vorsprung auszu- bauen. Später fiel der EHV gar innerhalb von knapp sechs Minuten von 9:11 (22.) auf 10:17 (28.) zurück. „Wir haben im ersten Durchgang unter anderem drei Siebenmeter vergeben“, monierte Swat die viel zu hohe Fehlerquote seines Teams. Außerdem habe die 6:0-Deckung nicht gut funktioniert. Daher wähnte sich die ohnehin klar favorisierte HSG Nordhorn-Lingen mit einer 17:11-Pausenführung im Rücken schon auf der Siegerstraße.

Die Niedersachsen mussten sich eines Besseren belehren lassen. Der EHV stellte die Abwehr auf ein 5:1-System mit Marcel Schäfer als vorgezogenem Akteur um. Auf dieser Basis und mit einem starken Robert Wetzel im Kasten steigerten sich die Erzgebirger, bliesen zur Aufholjagd, und bereits in der 39. Minute war mit dem Anschlusstreffer von Mindaugas Dumcius zum 17:18 alles wieder offen. Die Auer ließen sich auch nicht entmutigen, als die HSG zehn Minuten vor dem Ende 24:20 führte. In der Schlussphase brachte Jan Faith die Gäste noch zweimal auf ein Tor heran. Nur zu mehr reichte es eben nicht.

„Schade“, sagt Stephan Swat und richtet den Blick nach vorn auf die nächste schwere Aufgabe, die am Sonntag in der Lößnitzer Erzgebirgshalle wartet. Die Wölfe aus Rimpar schielen als Tabellenfünfte sogar noch mit einem Auge in Richtung Aufstieg. Wenn sie gestern am späten Abend die für die Auer nicht unwichtige Heimpartie gegen die Eisenacher gewonnen haben, sind die Männer aus dem 7500-Einwohner-Ort zehn Kilometer nördlich von Würzburg sogar vorübergehend auf Platz 4 geklettert. Mit Steffen Kaufmann haben die Unterfranken einen der besten Feldtorschützen der gesamten Liga in ihren Reihen. Vor dem Spiel gestern hatte er bereits 104 Treffer erzielt. Zum Vergleich: Marc Pechstein als Aues bislang bester Werfer bringt es inklusive 29 verwandelter Siebenmeter „nur“ auf 99 Tore. Ein weiterer gefährlicher Mann im Rückraum der Gäste ist Patrick Schmidt. Der war unter anderem im Hinspiel neunmal erfolgreich, als die Wölfe einen schwachen EHV 25:23 bezwangen.

„Rimpar hat eine unheimlich clevere Mannschaft, die schon lange fast unverändert zusammenspielt“, erklärt Swat. Da sei es noch wich- tiger, keine solche Phase anzubieten, in der der Gegner davonziehen kann. „Wir werden vor unseren Fans eine starke kämpferische Leistung zeigen und direkt an die zweite Hälfte des Spiels in Nordhorn anknüpfen. Neue Verletzte gab’s zum Glück nicht.“ Außerdem kehrt Marc Pechstein, der am Mittwoch wegen eines Lehrgangs fehlte, ins Team zurück.

Bildtext: Aues Bengt Bornhorn setzt sich gegen Nordhorn-Lingens Alexander Terwolbeck durch. Bornhorn erzielte am Mittwoch fünf Tore. FOTO: MATHIAS M. LEHMANN
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VS.