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News vom 12.05.2017

Heimstarke Auer erwarten auswärts noch sieglose Rostocker
(Quelle: Freie Presse)
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In der 2. Bundesliga zählen für die EHV-Handballer morgen gegen Schlusslicht HC Empor
lediglich zwei Punkte.
Die sind aber auch bitter nötig.

VON KJELL RIEDEL

LÖSSNITZ - Das Erzgebirge rüstet sich für puren Abstiegskampf. Beide Aushängeschilder der Region in den hierzulande beliebtesten Ballsportarten stehen vor megawichtigen Aufgaben, was den Verbleib in der zweithöchsten deutschen Spielklasse angeht. Es gibt allerdings einen großen Unterschied: Während viele die Veilchen-Fußballer, die am Sonntag im Lößnitztal gegen Kaiserslautern ran müssen, bereits abgeschrieben hatten, schienen die Handballer des EHV Aue, die morgen den HC Empor Rostock erwarten, schon so gut wie gerettet.

Doch inzwischen ist die Abstiegsangst zurück. Das liegt zum einen an der weiterhin unglaublichen Ausgeglichenheit in der Liga – nach wie vor trennen den TV Emsdetten als Zehnten und die SG Leutershausen auf Platz 17 als erstem Abstiegsrang nur drei Zähler. Zum anderen und vor allem aber liegt es an der Auswärtsschwäche der EHV-Männer. Rissen sie sich das, was sie sich vorn, sprich zu Hause, mit starken Vorstellungen aufbauten, doch mit dem Allerwertesten, also auswärts, wieder ein. So animierten sie ihre Fans in der Erzgebirgshalle beim 33:25 über Konstanz zu La-Ola-Wellen, um dann in Bad Schwartau vorfristige Ostergeschenke zu verteilen. Eine Woche danach ließ sich der EHV auf gegnerischem Parkett gleich noch von Abstiegskandidat Neuhausen den Schneid abkaufen. Nur zwei Tage später folgte die eindrucksvolle Frustbewältigung beim 36:25 vor eigenem Publikum gegen Saarlouis. Doch statt nun mit breiter Brust in Wilhelmshaven den nächsten direkten Konkurrenten aus dem Feld zu schlagen, versagten die Auer auswärts erneut, verloren 27:33 und haben nur noch zwei Punkte Luft bis zu Rang 17.

Seitdem waren aufgrund eines spielfreien Wochenendes ein paar Tage Zeit, sich zu sammeln. Wobei der Verein eher mit Hiobsbotschaften aufwartete. So werden mit Bjarki Mar Gunnarsson und Dadi Runarsson zwei Leistungsträger den EHV nach dieser Saison verlassen. Außerdem zog sich Janar Mägi im Training einen Bänderriss am rechten Knöchel zu und fällt voraussichtlich bis zum Saisonende aus.

Hoffnung macht zumindest, dass die Auer morgen ab 17 Uhr gegen den HC Empor Rostock zu Hause spielen dürfen, und da waren sie zuletzt eine Macht. Darüber hinaus sind die Ostseestädter das abgeschlagene Schlusslicht der 2. Bundesliga, stehen längst als Absteiger fest und konnten bisher in dieser Saison noch kein einziges Mal auswärts gewinnen. In Rostock hatten sich die Erzgebirger mit 30:28 durchgesetzt.

Insofern will Robert Wetzel auch keine Phrasen vom gefährlichen Gegner hören, der ja nichts mehr zu verlieren hat und frei aufspielen kann. „Also das hat sicher nichts mit Arroganz zu tun: Aber wenn wir die nicht schlagen, haben wir doch in der Liga nichts verloren“, sagt der in Rostock geborene Torhüter des EHV. Zwar zogen seine Eltern schon mit ihm als Baby nach Bad Bramstedt um, aber 2012 landete er als Handballer durch die Insolvenz von Post Schwerin für zwei Jahre wieder in Rostock. „Eine schöne Stadt, ich habe noch viele Freunde da. Natürlich ist es schade, was gerade mit Empor passiert, aber wir können da keine Rücksicht drauf nehmen. Es ist ja eh gegessen“, so der 26-Jährige. Das sportliche Duell mit den Rostockern könne aus seiner Sicht nur dann problematisch werden, wenn die Gäste irgendeine Chance wittern, dass was geht. „Dann werden sie diese ergreifen. Also dürfen wir ihnen diese Chance nie geben.“

Dass nach den jüngsten Auswärtspleiten gerade auch er und sein Torhüterkollege Erik Töpfer in die Kritik gerieten, sei normal. „Wir reflektieren unsere Leistungen doch selbst, wissen, wie viele Bälle wir gehalten haben. Und obwohl es ein Mannschaftssport ist, sind wir es, die es hinten entscheiden“, sagt Wetzel. Der Unterschied zwischen daheim und auswärts sei da, deshalb müsse sich jeder Einzelne in die Pflicht nehmen. „Wir haben in dieser Saison ja schon gezeigt, dass wir es können, und wir werden es in den letzten beiden schweren Auswärtspartien wieder versuchen. Wir sind unzufrieden. Das zeigt doch zugleich unseren Ehrgeiz, den positiven Weg fortzusetzen, den wir insgesamt eingeschlagen haben. Und nach oben fehlt ja übrigens auch nicht so viel.“


Bildtext:
Selbstbewusst und selbstkritisch: EHV-Torhüter Robert Wetzel. Er ist in Rostock geboren und hat später für den HC Empor gespielt. Morgen Abend treffen Aue und Rostock in der Erzgebirgshalle aufeinander.
FOTO: FRANK KRUCZYNSKI
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EHV Aue VS. ThSV Eisenach
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