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News vom 14.05.2018

EHV schafft im Sachsenderby in letzter Sekunde den Ausgleich
(Quelle Freie Presse)
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Dieser Punkt kann Gold wert sein: Nach dem 23:23 beim HC Elbflorenz liegt Handball-Zweitligist Aue auf Rang 15 von 20 – drei Spieltage vor Saisonende.

VON RALF WENDLAND

DRESDEN - Dieses Spiel ist definitiv nichts für schwache Nerven gewesen. Im Sachsen-Derby der 2. Handball-Bundesliga gelang es dem EHV Aue am Samstagabend gegen den HC Elbflorenz in der Ballsport-Arena in Dresden buchstäblich in letzter Sekunde, durch das 23:23 (9:12) einen Punkt zu retten. Als viele auf Gästeseite die Partie schon verloren glaubten, gelang Kevin Roch 23 Sekunden vor Schluss der Anschlusstreffer zum 22:23. Und quasi mit dem Schlusspfiff verwandelte Philip Jungemann vor 2581 Zuschauern die Chance zum 23:23-Endstand. Jungemann erwies sich an diesem Abend mit fünf Treffern als bester Torschütze der Erzgebirger. Er selbst blieb bescheiden, sprach von einer starken Mannschaftsleistung.

„Es war kein Spitzenhandball, den die Zuschauer zu sehen bekamen. Aber kämpferisch war das überragend. Wer so knapp vor dem Abpfiff mit zwei Toren hinten liegt und dann doch noch unentschieden spielt, hat sich Respekt verdient“, sagt EHV-Manager Rüdiger Jurke, der genau weiß: „Der eine Punkt kann am Schluss Gold wert sein.“ Die Auer stehen jetzt auf Rang 15 von 20, damit auf einem Nichtabstiegsplatz. Sie zogen an den Wilhelmshavenern vorbei, die bei Balingen-Weilstetten verloren und mit dem EHV punktgleich sind, aber ein schlechteres Torverhältnis haben.

Die Freude über den Auswärtszähler, aber auch die Anspannung zuvor waren Trainer Stephan Swat ins Gesicht geschrieben: „Es hat, so denke ich, jeder gesehen, dass uns Elbflorenz nichts geschenkt hat. Wir mussten uns jedes Tor hart erarbeiten. Die Dresdner machten das überragend und überraschten uns ein Stück weit mit der sehr offensiven Abwehr. Da taten wir uns schwer, fanden schlechte Lösungen. Doch wir glaubten an uns. Mit dem Punkt können wir zufrieden sein.“ Es sei nicht hoch genug zu bewerten, was die Spieler geleistet haben, erklärte der Trainer, habe die Sporthalle von den Temperaturen her doch mehr einer Sauna geglichen. Das Zünglein an der Waage waren die Fans, so Swat: „Der Input, der von dort kam, war unglaublich. Da können wir nur danke sagen an alle, die mit nach Dresden gekommen sind.“

Im Spiel gab es Höhen und Tiefen. Schon nach 15 Minuten lagen die Auer vier Treffer hinten (2:6). Bis zur Pause schafften sie es nicht, weiter als bis auf zwei Tore heranzukommen. Individuelle Fehler, Fehlwürfe und nicht verwandelte Siebenmeter waren die Gründe dafür. Nach dem Seitenwechsel ging es aus Gästesicht zunächst so weiter – bis zum 10:15-Rückstand (38.). Da gab es einen Ruck: Zwölf Minuten vor Schluss war der EHV beim 15:16 wieder dran. Doch dann kassierte er in kurzer Zeit erneut drei Tore, geriet 15:19 (48.) ins Hintertreffen. Die Auer kämpften, holten auf, Jungemann verkürzte auf 20:21. Die letzten Minuten glichen dann einem Handball-Krimi: ständiges Hin und Her, Hoffen und Bangen bei den 350 mit Bus, Sonderzug und Auto angereisten EHV-Fans, die auf der Tribüne mitfieberten. Auch dem Fan-Beauftragten Jörg Meinhardt fiel ein Stein vom Herzen: „Einfach schön, dass wir noch den Punkt geholt haben.“

Bildtext: Die 350 mitgereisten Fans des EHV Aue haben am Samstagabend in Dresden beim HC Elbflorenz einen Handball-Krimi erlebt. Nach dem in letzter Sekunde klargemachten Punktgewinn war der Jubel der Gäste groß.FOTO: RALF WENDLAND
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