Letztes Spiel: 21.02.2018 19:30
HSG Nordhorn-Lingen 28:26 EHV Aue
HSG Nordhorn-Lingen   EHV Aue

So geht Sächsisch
 
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News vom 08.02.2018

Die Lage in Liga 2 und unser Gegner ASV Hamm-Westfalen im Focus
27836216_1572913436158421_1308921281_o.jpgDie Lage

Als erstes wünsche ich Ihnen allen ein gesundes und glückliches 2018! Bleiben Sie gesund oder werden Sie es wieder! Was alle Handballfans im Januar beschäftigt hat, war wohl das schlechte Abschneiden unserer Nationalmannschaft in Kroatien und natürlich steht jetzt die Frage, ob der Trainer Christian Prokop bleibt oder nicht. Katja Ebstein sang schon 1970, also vor fast 50 Jahren, „Wunder gibt es immer wieder“ – wie das Wunder vor zwei Jahren, als Deutschland als Außenseiter Europameister wurde. Doch Wunder kann man nicht einfach so wiederholen. Natürlich ist es auch möglich, aber da muss alles klappen – angefangen bei etwas Glück, taktischer Raffinesse, Kameradschaft, das „an die Grenzen gehen“ aller, Spielwitz, Spieldisziplin usw. usw.! Ich denke, dass die Erwartungshaltung zu hoch war. Auch muss man einschätzen, dass Länder wie Spanien, Frankreich, Dänemark und Schweden einfach die besseren Einzelkönner im Team haben und um das auszugleichen, muss man über mannschaftliche Geschlossenheit kommen. Das war leider nicht der Fall! Und dann ist da ja auch noch der Trainer, der in die riesigen Fußstapfen von Dagur Sigurdsson schlüpfen soll – schwierig! Prokop wollte etwas anders machen und das ging beim ersten großen Turnier schief. Dass er ein sehr guter Trainer ist, hat er im Verein bei der DHfK unter Beweis gestellt, aber auch schon mit der Nationalmannschaft. Er spielte mit seiner Mannschaft die beste Qualifikation aller Zeiten und die Vorbereitungsspiele gegen Island waren auch nicht so schlecht. Es waren aber eben nur die Quali und die Vorbereitung. Was er auf alle Fälle von Dagur lernen kann, ist die „Leichtigkeit des Seins“, vielleicht nicht alles so verbissen zu sehen – es ist nur Handball! Vielleicht hilft da auch eine Trainingseinheit weniger mehr, denn Handballspielen können die alle und nach einer Stunde Videoanalyse schaltet jeder Spieler ab. Um solche Ratschläge zu geben, bin ich zu weit weg und es steht mir auch nicht zu. Aber das Wichtigste ist, dass man Spaß hat und dann hat man auch Erfolg. Das hatten dieses Mal wohl alle beteiligten Trainer, die Mannschaft und die Zuschauer nicht – Schade! Prokop ist nun der Handballbuhmann der Nation, gefolgt von Bob Hanning, der ja den Deal mit Prokop eingefädelt und dafür Leipzig sogar 500.000,00 € Ablöse gezahlt hat und sich diese Summe beim Titelgewinn sicher noch erhöht hätte. Aber was jetzt für ein „Shitstorm“ über Prokop abgeladen wird, auch durch die Trainerzunft, das ist respektlos und das macht man als Trainerkollege nicht. Natürlich hat er Fehler gemacht, beginnend bei der Nominierung bis hin zur taktischen Ausrichtung. Aber solche Sachen wertet man bei internen Trainerkonferenzen aus und nicht in der Öffentlichkeit als Trainerkollege. Vielleicht ist es aber auch ein Neidfaktor, dass man selbst nicht Nationaltrainer geworden ist oder dass der eine oder andere Spieler seiner Mannschaft nicht berücksichtigt wurde. Ich empfinde es einfach als unanständig und „Wichtigtuerei“. Es wird schwer für ihn, da er ja auch die Zeitung „Bild dir deine Meinung“ gegen sich hat, wenn ich die letzten Artikel so gelesen habe. Ich wünsche Christian viel Glück und kann ihm auf seinem Weg nur mitgeben: Handball ist toll, aber nicht alles im Leben! Vielleicht ein letzter Hinweis zur Nationalmannschaft: Bitte den Namen „Bad Boys“ ablegen, denn das waren sie wirklich nicht mehr, sondern eher „Lovely Boys“. Nennt euch einfach „German Boys“ – stimmt sogar. Es kommen auch wieder bessere Zeiten.
Nun zu den wichtigen Dingen des Handballsports: zur 2. Liga: Es gibt ja den „Goldenen Herbst“. Wir hatten den „Goldenen Dezember“. In fünf Spielen, davon drei auswärts, wurden neun Punkte geholt – super, das kann bitte so weitergehen! Aufsteiger Nummer 1 ist klar der Bergische HC mit sieben Punkten Vorsprung. Die machen ihr Ding. Wer geht mit? Da hat Bietigheim klar die besten Karten, aber auch Lübeck-Schwartau mit drei Punkten sowie Hamm-Westfalen und Rimpar mit je vier Punkten dahinter machen sich noch berechtigte Hoffnungen auf den Aufstieg. Ab Platz 6 mit Coburg beginnt wohl das Mittelfeld. Die Oberfranken mussten einen schweren Schlag hinnehmen. Petr Linhart hat sich im Vorbereitungsspiel hier in der Erzgebirgshalle einen Kreuzbandriss zugezogen. Wir wünschen an dieser Stelle gute Besserung an den Tschechen. Punktgleich (24:16) folgen die HSG Nordhorn-Lingen und mit dem Dessau-Roßlauer HV 06 die Überraschungsmannschaft der Hinrunde. In Dessau-Roßlau gib es auch einen neuen Geschäftsführer. Christian Beutler trat nach nur einem Jahr die Nachfolge von Christoph Richter an. Die Enttäuschung der Saison ist wohl der HBW Balingen-Weilstetten. Letzten Mittwoch verlor man auch noch zu Hause gegen einen Aufsteiger und zwar den VfL Eintracht Hagen mit 33:37. Bei der Pressekonferenz blieb Manager Strobel nur übrig, sich bei allen zu entschuldigen. Nach fünf Niederlagen in Folge sind damit alle Aufstiegsträume geplatzt. Mit 23:19 Punkten auf Platz 9 kämpft man jetzt um einen einstelligen Tabellenplatz. Da hätte man auch Runar behalten können. Er hat in seiner Amtszeit mehr Punkte geholt. Was auch schade ist, dass Dadi in 19 Spielen nur 15 Tore erzielt hat – na ja. Damit ist Balingen für ihn wohl keine Weiterentwicklung. Der TV Emsdetten belegt mit 22:18 Punkten Platz 10, gefolgt von TUSEM Essen mit 20:20 Punkten. Beide gehören noch zum gesicherten Mittelfeld. Ich denke, ab Platz 12 mit den Rhein Vikings beginnt der Abstiegskampf. Trotz Zwischenhoch sind die Düsseldorfer noch im Kampf um den Klassenerhalt mit dabei. Durch den unerwarteten Sieg vom VfL Eintracht Hagen beim HBW Balingen-Weilstetten, was für Niels Pfannenschmidt und seine Mannschaft wirklich ein „Big Point“ war, belegt der Aufsteiger Platz 13 mit 16:26 Punkten! Der Wilhelmshavener HV holte im letzten Spiel im alten Jahr zwei wichtige Punkte in Hildesheim und belegt damit mit 15:25 Punkten Platz 14. Der HC Elbflorenz konnte von den letzten sieben Spielen nur eins in Nordhorn gewinnen und verlor darunter vier Heimspiele. Das hatte man sich an der Elbe anders vorgestellt. Die Dresdner belegen mit 14:26 Punkten Platz 15. Der EHV Aue steht auf einem Nichtabstiegsplatz! Das gab es seit einer gefühlten Ewigkeit nicht und dort wollen wir auch am Ende der Saison stehen. Die Eintracht Hildesheim verpflichtete in der Punktspielpause den tschechischen Linkshänder Radek Dolezel und will sich so von den Abstiegsplätzen entfernen. Der Traditionsverein ThSV Eisenach konnte zwar aus den letzten drei Spielen vier Punkte verbuchen, wurde Turniersieger in Dresden, ist aber trotzdem noch drei Punkte von einem Nichtabstiegsplatz entfernt. Einen neuen Präsidenten gibt es in Eisenach auch. Gernot Schäfer kandidierte nach zwölf Jahren Amtszeit nicht mehr. Präsident ist jetzt Shpetim Alaj, ein aus dem Kosovo stammender Unternehmer. Dieses Mal könnte es die Unabsteigbaren aus dem Saarland erwischen. Sie haben ebenfall vier Punkte Rückstand, dazu noch das schlechteste Torverhältnis, haben sechs Spiele in Folge verloren und wir sind ihr nächster Heimgegner. Also für uns wird es in Saarlouis ein 4-Punkte-Spiel und für die HG Saarlouis ein 6-Punkte-Spiel. Die HSG Konstanz hat sich trotz der fünf Punkte Rückstand noch nicht aufgegeben und hat mit den Siegen in Dresden (22:25) und zu Hause gegen Essen (31:30) ein Lebenszeichen gesendet. Also freuen wir uns auf viereinhalb Monate spannende 2. Liga Handball!

Rüdiger Jurke

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Unser Gegner: ASV Hamm-Westfalen

Zum Auftakt in das neue Jahr kommt gleich wieder ein Hochkaräter. Der Tabellenvierte macht sich noch berechtigte Hoffnungen auf den Aufstieg, da es bis Platz 2 nur vier Punkte Differenz sind. Wenn es in diesem Jahr nicht klappt, dann spätestens im nächsten. Man hat nicht nur neue potentielle Sponsoren gefunden, sondern mit Oliver Milde und Jan von Boenigk bereits zwei neue Spieler für die Saison 2018/2019 verpflichtet. Die letzte Saison, in die man mit großen Erwartungen gestartet war, ging „voll in die Hose“. Lange Zeit spielte man gegen den Abstieg und konnte erst kurz vor dem Ende die Liga sichern. Nun soll und wird alles anders werden. Kay Rothenpieler kehrte nach zweijähriger Auszeit wieder auf die Trainerbank zurück und mit dem Zugang von Vyron Papadopoulos (Rostock) kam wohl der stärkste Linksaußen der Liga, dazu Julian Krieg vom Erstligaabsteiger aus Balingen sowie Gregor Lorger aus Spanien und Kim Voss-Fels hat man sich richtig gut verstärkt. Nun hat man auf dem Transfermarkt nochmals zugeschlagen und den erfahrenen Kroaten Stanko Sabljic, der zuletzt beim kroatischen Meister Zagreb aktiv war und bereits bei den Erstligisten Bergischer HC und HC Erlangen spielte, kurz vor dem Start verpflichtet. Der 30-jährige Kreisläufer soll vor allem die Abwehr stabilisieren und den langzeitverletzten Markus Fuchs ersetzen. Nur ungern denken wir an das Hinspiel, welches wir mit 35:28 verloren haben und wir die Westfalen durch technische Fehler immer wieder zu einfachen Kontern einluden. Ja, auch in diesem Spiel war Papadopoulos mit sieben Treffern der erfolgreichste Torschütze. Er führt auch die interne Torschützenliste mit 105 Treffern an, gefolgt von zwei Aufbauspielern mit Björn Zintel (70) auf Mitte und dem Österreicher Christoph Neuhold mit 65 Toren von Halblinks. Die Aufbaureihe hat schon absolute Klasse: Julian Possehl (48), Julian Krieg (41), dem Isländer Fannar Fridgeirsson (31), Kim Voss-Fels (12), die alle Topniveau besitzen. Mit Jan Brosch am Kreis kommt auf unsere Abwehr eine ganz schöne Maschine zu, die man erst einmal stellen muss. Mit 57 Toren und zahlreich herausgeholten Siebenmetern hat er seine Klasse schon oft unter Beweis gestellt. Mit Stanko Sabljic bekommt er jetzt noch Verstärkung auf dieser Position. Der zweite Mann am Kreis war bisher Jakob Schwabe (22 Treffer). Die Linksaußenposition haben wir bereits erwähnt. Mit Lukas Blohme und Lars Gudat stehen zwei weitere Spieler auf dieser Position zur Verfügung
Im Tor steht mit Felix Storbeck ein alter Bekannter, der ja bereits bei der DHfK Erstligaluft schnupperte. Er mit 33,21 % und Gregor Lorger mit 36,49 % zeigten schon in der Hinrunde, dass sie beide gute Torhüter sind, die ihr Fach verstehen. Dass die Westfalen nicht nur heimstark sind, sondern auch auswärts was reißen können, haben sie in der Hinrunde demonstriert, nur in Emsdetten (31:30), Lübeck (25:19), bei den Rhein Vikings (24:23) und in Dessau (27:23) hatte man verloren. Seit sieben Spielen ist man ungeschlagen. Dass unsere heutigen Gegner gut in Form sind, zeigt ihr Vorbereitungsspiel gegen Nordhorn, welches mit 36:26 gewonnen wurde. Allerdings sollte man dies nicht überbewerten. Es ist nur ein Vorbereitungsspiel und die Nordhorner hatten nur sieben Spieler zur Verfügung. Trotzdem ist es stark. Also, zum Start ins neue Jahr erwarten wir wieder eine Top-Mannschaft und sind bekanntlich nicht der Favorit im heutigen Duell. Wir haben aber fünf Spiele entgegenzusetzen, in denen wir ungeschlagen geblieben sind. Wenn wir die Klasse halten wollen, müssen wir vor allem unsere Heimspiele gewinnen, egal gegen wen! Auf geht es – die Serie soll halten!

Mannschaft der Woche: Papadopoulos 4x; Brosch, 2x; Krieg und Fridgeirsson je 1x

Beste Spieler laut Handballwoche: Papadopoulos 6x; Zintel 5x; Storbeck, Brosch, Krieg je 4x; Neuhold, Fuchs je 3x; Fridgeirsson, Possehl, Blohme je 2x; Lorger 1x
Nächstes Spiel: 25.02.2018 17:00
EHV Aue VS. DJK Rimpar Wölfe
EHV Aue   DJK Rimpar Wölfe