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Dessau-Rosslauer HV 06 26:31 EHV Aue
Dessau-Rosslauer HV 06   EHV Aue

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News vom 04.12.2017

EHV reißt Derbysieg noch aus dem Feuer
(Quelle: Freie Presse)
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Fünf Tore Rückstand bis zur Pause, doch letztlich 28:27 gewonnen: Handball- Zweitligist Aue hat die rote Laterne nach dem Erfolg gegen den HC Elbflorenz Dresden abgegeben. Den Krimi erlebten 1500 Fans in der Erzgebirgshalle mit.

VON KATJA LIPPMANN-WAGNER

LÖSSNITZ - Es ist völlig egal, wer in der ersten, in der 30., in der 50. Minute führt. Entscheidend ist das Ergebnis nach 60 Minuten. Und das lautete am Samstagabend in der Erzgebirgshalle Lößnitz 28:27 für den gastgebenden EHV Aue, der dadurch nicht mehr Schlusslicht ist. Zur Pause hatte der HC Elbflorenz Dresden noch mit 16:11 vorn gelegen. Was die 1500 Zuschauer dieses Sachsenderbys in der 2. Handball-Bundesliga erlebten, das war Leidenschaft, das war Kampf, das waren Emotionen pur – und das war ein Herzschlagfinale, das es in dieser Art sicherlich nur selten gibt.

Dabei starteten die Auer denkbar schlecht. Die Gäste aus der Landeshauptstadt, als Tabellen-13. angereist, machten das Spiel. Mehrere Angriffe des EHV endeten erfolglos. So hieß es nach 16 Minuten 5:9. Doch die Einheimischen gaben sich nicht auf. Sie kämpften und waren – auch dank zweier Siebenmeter – nach 21 Minuten auf 9:11 heran. Der von Team und Fans erhoffte Ausgleich folgte nicht. Es gab wieder schwache Minuten, so dass die Elbflorenzer mit einem Fünf-Tore-Vorsprung in die Kabine gingen.

Dort muss – ähnlich wie in der Woche zuvor in Coburg – Aues Trainer Stephan Swat die passenden Worte gefunden haben. Was genau mit seiner Mannschaft passierte, konnte auch Swat nur schwer erklären: „Ich habe den Jungs noch mal eingebläut, dass sie an sich glauben sollen.“ Tor um Tor kämpfte sich sein Team ins Spiel zurück. Mit jedem Treffer wurde es in der Halle lauter. Beim ersten Ausgleich zum 22:22 (49.) von Kevin Roch konnte man das eigene Wort nicht mehr verstehen. „Es waren zwar nicht ganz so viele Fans da wie erhofft, aber stimmungsmäßig war es super“, lobte Swat die Unterstützung. Kapitän Eric Meinhardt sah darin sogar einen Grund für den Erfolg: „Das hat uns natürlich getragen.“

Auf dem Parkett wurde der Erfolg durch perfektionierte Angriffe und eine starke Leistung in der Abwehr möglich. Entscheidenden Anteil daran hatte Torwart Erik Töpfer. In der 36. Minute, da hatte er bereits einige Angriffe der Elbestädter vereitelt, hielt er einen Siebenmeter – eine der Schlüsselstellen dieser Begegnung.

Der EHV-Torhüter sollte in den Schlusssekunden noch zum Helden des Spiels werden. Beim Stand von 28:27 – Aue war in der 58. Minute mit 27:26 erstmals in Führung gegangen – zeigte der Schiedsrichter auf die Sieben-Meter-Linie. Töpfer hielt den Strafwurf und sicherte seinem Team damit zwei Punkte. „Ich habe mir gesagt: Nicht schon wieder; heute nicht mit mir“, so der Torhüter über seine Gedanken, eventuell noch den Ausgleich zu kassieren.

Wenig später lagen sich auf dem Parkett die Derbyhelden in den Armen, auf den Rängen die Anhänger. Schnell war ein Plakat ausgerollt, auf dem die Fans den Spielern dankten: „Die Zeit war reif für einen Derbysieg.“ Beim EHV will man nun alles dafür tun, diesen Rückenwind in die nächsten Spiele mitzunehmen.

Bildtext: Erleichterung und Freude nach dem Auer Heimerfolg gegen den HC Elbflorenz. Die EHV-Spieler feiern hier gerade Torhüter Erik Töpfer.FOTO: CARSTEN WAGNER
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EHV Aue VS. Eintracht Hildesheim
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