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News vom 13.11.2017

Auer Handballer präsentieren sich nicht zweitliga-tauglich
(Quelle: Freie Presse)
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Der EHV hat beim 19:26 am Freitagabend zu Hause gegen die Rhein Vikings erneut enttäuscht.
Es gab aber auch einen kleinen Lichtblick.

VON KJELL RIEDEL

LÖSSNITZ - Es sollte die große Wiedergutmachung für das Debakel in Bietigheim werden. Doch angesichts der Vorstellung der Zweitliga-Handballer des EHV Aue gegen die Rhein Vikings ist am Freitagabend in der Lößnitzer Erzgebirgshalle die Stimmung der fast 1500 EHV-Fans je nach Charakter des Einzelnen in Fassungslosigkeit, Entsetzen, Trauer, Wut oder Mitleid umgeschlagen. Am Ende jubelten jedenfalls mal wieder die Gäste und feierten ihren gleichermaßen verdienten wie klaren 26:19-Sieg (9:11).

EHV-Manager Rüdiger Jurke hatte nach fünf Niederlagen in Folge und dem Abrutschen auf den vorletzten Tabellenplatz einen Sieg gegen den Aufsteiger als überlebenswichtig eingestuft. „Nun bin ich, ehrlich gesagt, sprachlos.“ Dann fand er doch noch Worte – drastische: „Die zweite Halbzeit war einfach scheiße. So reicht es nicht.“

Vor der Pause boten die Erzgebirger zwar auch keine gute Leistung, schafften es in einem Spiel, das von Fehlwürfen geprägt war und sehr nach Abstiegsk(r)ampf aussah, aber zumindest, die Gäste in Schach zu halten und mit einem 11:9 in die Kabine zu gehen. Mit Wiederbeginn allerdings erwies sich die Abwehr der Vikings für den EHV als echtes Bollwerk. Das Kooperationsteam aus Neuss und Düsseldorf traf dagegen fast nach Belieben und zog daher auf 22:16 (52.) davon. Aues Torhüter parierten beispielsweise im gesamten zweiten Durchgang nur einen Wurf. So nahm das Unheil seinen Lauf, was immer EHV-Trainer Stephan Swat probierte.

In all dem Auer „Elend“ gab es zumindest einen Lichtblick: Eric Meinhardt mischte nach dem Anfang Februar im Spiel in Hamm erlittenen Augenhöhlenbruch erstmals wieder mit. Der Mannschaftskapitän kam in der ersten Hälfte von der Bank und brauchte nur zwei Minuten, da zog er in seiner unnachahmlichen Manier zum Kreis und traf zum 9:7. Zudem glänzte er gleich mit einigen tollen Pässen und vor allem durch seine Präsenz.

„Ich hatte am Mittwoch noch eine Untersuchung in Aue, da erhielt ich die Freigabe von den Ärzten“, berichtete, der 32-Jährige. Alles Knöcherne sei gut verwachsen. „Die Sehprobleme sind allerdings weiterhin da, sie können bleiben, sich aber vielleicht auch bessern. Im Spiel haben sie mich nicht behindert“, sagte der Lehramtsstudent, der bereits seit Wochen ein Fitnessprogramm absolviert hat. „Die Spielpraxis muss jetzt mit steigenden Einsatzzeiten kommen. Zunächst ging es darum, anderen im Team Pausen zu verschaffen und mit meiner Erfahrung Impulse in Sachen Selbstvertrauen zu geben. In der ersten Hälfte ist mir das gelungen, denke ich“, so Meinhardt.

Nach dem Seitenwechsel habe es einfach im Angriff geklemmt. „Da müssen wir hart dran arbeiten. Es ist gerade richtig schwer für alle, vor allem, wenn drei, vier Aktionen schiefgehen. Wir müssen uns hinten das Selbstvertrauen holen, das wir vorn brauchen“, erklärte der Kapitän. Es sei noch nicht zu spät. „Natürlich wird es nicht einfacher, es wird richtig eklig. Wir müssen uns gemeinsam da rausziehen, uns von Woche zu Woche steigern, und dabei will ich der Mannschaft helfen.“

Schon gestern in Balingen wollte Meinhardt mit dem Team den nächsten Schritt gehen. Letztlich unterlagen die Auer beim klar fa- vorisierten Erstliga-Absteiger 22:31 (10:15). Sie wehrten sich aber ihren derzeitigen Möglichkeiten entsprechend tapfer. Bericht folgt.

Bildtext: Konnte nach monatelanger Verletzungspause am Freitagabend gegen die Rhein Vikings erstmals zumindest für einige Minuten wieder mitwirken: Aues schmerzlich vermisster Mannschaftskapitän Eric Meinhardt. FOTO: RALF WENDLAND
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