Letztes Spiel: 18.11.2017 17:00
EHV Aue 27:29 TUSEM Essen
EHV Aue   TUSEM Essen

So geht Sächsisch
 
Helios

News vom 09.11.2017

Die Lage in Liga 2 und unser Gegner HC Rhein Vikings
07_Vikings_1.jpgDie Lage

Wenn man über die Lage schreibt, dann muss man als erstes über uns schreiben. Unsere Lage ist einfach nur beschissen. Man kann in Bietigheim verlieren, aber nicht so! Es ist fast als dämlich zu bezeichnen, wenn man sich mit einem Spiel das Torverhältnis so versaut und damit statt zwei Punkten eigentlich drei verloren hat. Man kann dieses Spiel unter der Rubrik „komplexes Versagen der Mannschaft“ einstufen. Der eine oder andere Fan hat mich gefragt, ob das die höchste Niederlage in der Geschichte des EHV Aue war. Nein, denn auch im Herbst 2008 verloren wir in Düsseldorf mit 15:39 und mit 24 Toren Differenz fiel diese Niederlage noch höher aus. Drei Spieler waren auch damals schon dabei: Kevin, Marcel und Eric. Es ist kein Trost, sondern nur etwas Statistik. Nun steht man gegen den HC Rhein Vikings im ersten von 27 „Endspielen“, in dem es um das Überleben geht und das sollten hoffentlich alle Spieler verinnerlicht haben – wer nicht, der ist hier fehl am Platze!
Nun zu den anderen Mannschaften, zu den erfolgreichen. Vornweg geht der Bergische HC mit 22:0 Punkten, der auch gegen die HSG Nordhorn-Lingen beim 29:18 nichts anbrennen ließ. Die Frage ist, geht er verlustpunktfrei durch die Saison? Dass er aufsteigt, steht für mich außer Frage. Die SG BBM Bietigheim siegt mit viel Spielfreude gegen den EHV Aue und noch einmal, auch wenn es wehtut, mit 41:19. Die Bietigheimer belegen Platz 2 mit 18:4 Punkten und könnten in dieser Saison die Rolle vom TV 05/07 Hüttenberg einnehmen und am Ende aufsteigen. Jetzt zu einer Überraschung der letzten 14 Tage: Runar wurde nach der Niederlage in Hamm-Westfalen entlassen – für mich schon etwas unverständlich. Übernommen hat der ehemalige Balinger und Ex-Trainer des Erstligisten TSV Hannover Burgdorf Jens Bürkle. Der gewinnt auch gleich zu Hause gegen Konstanz mit 32:22. Das war aber Pflicht und das hätte wohl auch Runar geschafft. Die harten Brocken, und da meine ich nicht uns am Sonntag, sondern Bietigheim, der BHC, Emsdetten oder Nordhorn-Lingen kommen aber erst noch. Platz 3 ist vorerst für den Absteiger aus Schwaben reserviert. Punktgleich folgt der VfL Lübeck-Schwartau mit viel Glück bei uns und anschließender überraschender Heimniederlage gegen die Rimpar Wölfe (21:28). Trotz zweier Niederlagen in Nordhorn (25:23) und in Wilhelmshaven (35:31) folgt der TV Emsdetten auf Platz 5 mit 16:6 Punkten, dahinter punktgleich die HSG Nordhorn-Lingen auf Platz 6. Das Überraschungsergebnis des 11. Spieltages war der klare Sieg des ASV Hamm-Westfalen in Coburg mit 28:22. So konnten die Westfalen innerhalb von 14 Tagen zwei Absteiger aus Liga 1 schlagen. Das passiert nicht alle Tage, denn zuvor wurde gegen Balingen-Weilstetten mit 39:28 gewonnen und damit Runars Abschied besiegelt. Es folgen die DJK Rimpar Wölfe punktgleich (14:8) auf Platz 8. Ich möchte mich nicht jedes Mal wiederholen, aber was die Sachsen-Anhalter aus Dessau-Roßlau machen, ist überragend. Sie sind seit acht Spielen ungeschlagen und haben auswärts 9:3 Punkte geholt. Nur der Bergische HC ist auswärts besser. Damit haben die Jungs des Dessau-Roßlauer HV 06 in dieser Saison gar nichts mit dem Abstieg zu tun. Der HSC 2000 Coburg ist mit 13:9 Punkten auf Platz 10 eigentlich schon raus aus dem Rennen um die Aufstiegsplätze. Dies hatte man sich in Oberfranken bestimmt anders vorgestellt. Ab Platz 10 oder 11, wie man will, teilt sich die Tabelle in das Vorderfeld mit Mittelfeld und ab da beginnt die Abstiegszone. Schlecht für uns ist, dass mit Elbflorenz, Wilhelmshaven, Rhein Vikings, Konstanz, Essen und Eisenach gleich mehrere direkte Kontrahenten im Abstiegskampf an den letzten beiden Spieltagen gepunktet haben. Auf Platz 11 steht der HC Elbflorenz mit 10:12 Punkten und ist damit der beste Aufsteiger. Wilhelmshaven jubelt, schlägt Emsdetten (35:31) und belegt mit 8:14 Punkten Platz 12. Punktgleich, aber mit dem schlechteren Torverhältnis folgen unsere heutigen Gäste auf Platz 13. Auf Platz 14 und 15 stehen wieder zwei punktgleiche Mannschaften (6:16) - auf Platz 14 TUSEM Essen mit Befreiungsschlag gegen Saarlouis (29:19). Dabei feierte der 40-jährige Co-Trainer Michael Hegemann sein Comeback. Er wird jetzt wohl wieder öfters zum Einsatz kommen. Trainerentlassungen, so habe ich gedacht, gibt es nur in Liga 1. Dort mussten ja bereits drei gehen: zweimal Andersson in Göppingen und Erlangen sowie Dirk Beuchler in Gummersbach. Jetzt musste nach Runar Sigtryggsson auch noch Jörg Bohrmann in Saarlouis nach der 10-Tore-Niederlage in Essen dran glauben. Neuer Mann ist dort der Co-Trainer Philipp Kessler. Ob das hilft, werden wir sehen. Aber trotzdem, dass zu diesem Zeitpunkt in Liga 1 und 2 bereits fünf Trainerentlassungen vollzogen wurden, so etwas gab es noch nie. Die HG Saarlouis belegt den ersten Nichtabstiegsplatz 16. Einen Platz davor auf 15 finden wir die Eintracht Hildesheim (6:16). Die Anfangseuphorie, als man in den ersten vier Spielen gleich fünf Punkte holte, ist etwas verflogen. Bisher haben sie zu Hause noch nicht gewonnen, aber vielleicht klappt es heute gegen Dessau-Roßlau. Die Sachsen-Anhalter sind aber bekanntlich die zweitstärkste Auswärtsmannschaft. Viele hatten gedacht, dass Trainer Christoph Jauernik nach der fünften Heimniederlage gegen Bietigheim gehen muss, aber die Verantwortlichen haben das nicht getan, was ich gut finde. Stattdessen haben sie einen „Seelenklempner“ engagiert und gleich hat es mit einem Sieg am Rhein geklappt und vielleicht klappt es jetzt auch mit dem ersten Heimsieg gegen Coburg. Ebenfalls vier Punkte hat die HSG Konstanz, die in Balingen erwartungsgemäß keine Chance hatte, aber am 10. Spieltag mit dem Sieg gegen Wilhelmshaven (38:29) wichtige Punkte sammelte. Keine Rote Laterne aufgrund einem Tor Differenz für den EHV Aue. Trotzdem ist der Platz 19 genauso beschissen wie Platz 20. Über unseren EHV Aue habe ich am Anfang alles geschrieben. Platz 20 belegt der VfL Eintracht Hagen nach unglücklichem 29:30 in Dessau-Roßlau. Dagegen hatten sie am 10. Spieltag beim 24:23 gegen Essen Glück.
Die Liga bleibt ab Platz 2 spannend und heute sowieso! Schauen wir, was der zweite Doppelspieltag (12. und 13.) bringt. Entschuldigung für meine manchmal derb gewählten Worte, aber das muss heute mal sein.

Rüdiger Jurke

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Unser kommender Gegner: HC Rhein Vikings

Viele fragen sich: Rhein Vikings? Es ist der Zusammenschluss zweier Mannschaften - dem Neusser HV und ART Düsseldorf. Was bringt so eine Kooperation? Erstens eine bessere Mannschaft und zweitens mehr Geld! Des Weiteren hat ART Düsseldorf mit der Halle „Castello“ eine tolle Spielstätte in die Vereinsehe eingebracht. Aber wieso Vikings – Düsseldorf oder Neuss liegen doch nicht an der Ost- oder Nordsee? Doch die „Vikings“ hatten Eigenschaften wie Mut, Kampfkraft, Selbstbewusstsein und Leidenschaft, alles Attribute, die unser heutiger Gegner auch verkörpern möchte und außerdem hatten die Wikinger früher wohl mal ein Waffenlager in der Nähe von Neuss und Düsseldorf, und Rhein ist klar, da ja beide Städte am Rhein liegen. Also, die Verantwortlichen haben sich bei der Namensgebung was gedacht! Der Neusser HV stieg souverän mit 59:1 Punkten auf und war eineinhalb Jahre in der 3. Liga ungeschlagen. Der mit schon erfahrenen Spielern aus Liga 1 und 2 gespickte Kader von Trainer Ceven Klatt wurde im Sommer noch einmal mit Topspielern aus Liga 1 verstärkt. Neben Teo Coric aus Stuttgart kamen gleich drei Spieler vom Bergischen HC. Nils Artmann, Christian Hoße und Alexander Oelze wechselten vom ehemaligen Erstligisten an den Rhein. Vor allem Letzterer ist der Dreh- und Angelpunkt der Rheinländer. Allerdings verletzte er sich im vorletzten Spiel. Sein Einsatz heute ist mehr als fraglich. Ein weiterer ehemaliger Spieler des BHC, Christian Hoße auf Linksaußen, belegt mit 46 Treffern Platz 2 der internen Torschützenliste hinter Alexander Oelze mit 48 Toren. Auf Platz 3 steht mit Brian Gipperich (32 Tore) natürlich auch ein ehemaliger Solinger bzw. Wuppertaler. Daniel Pankofer auf der Mitte kennen wir noch von seinen Zeiten in Bad Schwartau, Erlangen oder Schwerin. Allerdings war auch er im letzten Spiel gegen Eisenach nicht mit dabei. Er ist mit seinen 37 Jahren ein Handballfuchs, der weiß, wie das Spiel geht. Auf der Rückraumlinks-Position spielt neben Christopher Klasmann (26 Tore) Miladin Kozlina, ein international erfahrener Spieler, den man noch während der Saison verpflichtet hat. Der slowenische Nationalspieler ist neben seiner Qualität im Angriff der zentrale Mann in der Abwehr. Die Abwehr bildet ja zusammen mit dem Torhüter meist eine Einheit und da ist man mit dem Kroaten Vladimir Bozic und dem Dänen Mikkel Moldrup überragend besetzt. Noch erwähnt sollte sein, dass mit Felix Handschke der Sohn unseres ehemaligen Trainers auf Linksaußen aufläuft. Wenn man sich die Ergebnisse unserer heutigen Gäste anschaut, war der Heimsieg gegen den ASV Hamm-Westfalen (24:23) klar der Höhepunkt der bisherigen Saison. Des Weiteren schlug man mit dem gleichen Ergebnis Konstanz zu Hause und war zweimal auswärts, in Hildesheim (18:20) und Essen (23:24), erfolgreich. Im letzten Spiel musste man eine Heimniederlage gegen die wieder erstarkten Eisenacher mit 27:32 hinnehmen. Der HC Rhein Vikings ist nicht nur durch seinen Namen ein interessanter und starker Aufsteiger. Rene Witte, der Geschäftsführer und Macher des Vereins, hat eine Truppe auf die Beine gestellt, die das Zeug hat, länger in der 2. Liga zu bleiben bzw. irgendwann noch höhere Ziele anzugehen. Für uns ist dieses Spiel nicht nur richtungsweisend, sondern auch überlebenswichtig! Umso mehr brauen wir Sie, liebe EHV-Fans, als achten Mann!

Rüdiger Jurke

Beste Spieler laut Handballwoche: Oelze 7x; Bozic 5x, Hoße 4x; Gipperich, Pankofer je 2x; Klasmann, Aust, Heider je 1x

Mannschaft der Woche: Klasmann 1x

Nächstes Spiel: 25.11.2017 19:30
HSC 2000 Coburg VS. EHV Aue
HSC 2000 Coburg   EHV Aue