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News vom 10.10.2017

EHV muss echten Tiefschlag verdauen
(Quelle: Freie Presse)
Aues Zweitliga-Handballer haben am Sonntagabend nach großem Kampf ihr Heimspiel gegen den TV Emsdetten 25:24 (13:14) verloren.
Viel bitterer kann eine Niederlage nicht sein.

VON KJELL RIEDEL

LÖSSNITZ - Merten Krings wird wohl keine Freunde im Lager von Handball-Zweitligist EHV Aue mehr finden. Aber irgendwie ist am Sonntagabend beim Stand von 24:24 und noch wenigen Sekunden auf der Uhr völlig klar gewesen, dass nur er es sein kann, der in der Lößnitzer Erzgebirgshalle für den TV Emsdetten die Entscheidung suchen wird. Das tat der Spielmacher der Gäste dann auch, zog zum Tor und schindete einen Siebenmeter heraus, den Dirk Holzner zum 25:24-Siegtreffer für die damit weiterhin ungeschlagenen Westfalen nutzte.

Schon zuvor war Krings (6 Tore) stets zur Stelle, wenn es für den TVE brenzlig wurde. Er fiel jedoch vor allem dadurch auf, dass er besonders eklig agierte und permanent auf die Schiedsrichter einwirkte – ungestraft. Insofern war Krings einer der „kleinen“, aber entscheidenden Unterschiede. Hinzu kam, dass Aues angeschlagener Regisseur Benas Petreikis bereits nach zehn Minuten von einem Emsdettener so „unglücklich“ umgerannt wurde, dass Petreikis erneut passen musste. Und in der 29. Minute zeigten die Referees dann auch noch Rechtsaußen Jan Faith wegen einer „Notbremse“ die rote Karte. EHV-Manager Rüdiger Jurke war gestern erst recht stinksauer deswegen: „Ich habe mir inzwischen das Video angeschaut. Wie schon vermutet, hat Jan seinen Gegenspieler tatsächlich überhaupt nicht berührt. Und der Siebenmeter am Ende war auch eine Fehlentscheidung, das zeigen die Bilder.“

Vor allem aber ärgerte sich Jurke, weil die Mannschaft für ihren tollen Kampf nicht belohnt wurde. Immerhin hielt sie die Partie gegen den Favoriten aus dem Münsterland nach gutem Start (4:2/5.) trotz aller Rückschläge immer offen. So arbeiteten sich die Auer – von 1300 Zuschauern angefeuert – sowohl in der ersten als auch in der zweiten Hälfte jeweils nach Drei-Tore-Rückständen wieder heran. Und das, obwohl sie phasenweise große Probleme hatten, die Abwehr der Emsdettener zu knacken, und außerdem wieder gute Möglichkeiten ausließen.

„Es ist natürlich sehr bitter, heute wäre einiges drin gewesen. Und ich habe wahrscheinlich die entscheidenden Bälle verworfen“, haderte Philip Jungemann (3 Tore) mit sich, der mehrmals völlig frei vom Kreis das Leder nicht im Kasten unterbrachte. Als jungem Spieler bleibe ihm nur, aus solchen Dingen zu lernen. „Und als Mannschaft müssen wir das Positive aus dieser Partie herausfiltern und in die nächsten Begegnungen mitnehmen. Zum Beispiel, dass wir trotz aller Probleme mit solchen Spitzenteams wie Emsdetten mithalten können“, sagte der 20-Jährige.

Während Jungemann zu den Unerfahrensten im EHV-Kader gehört, hat Marcel Schäfer schon eine Menge erlebt. Nachdem er eine Weile lang nur noch wenig zum Einsatz kam, steht er aufgrund der angespannten Personalsituation plötzlich wieder mehr in der Verantwortung. „Wir wollten viel wieder gutmachen, da ist es besonders bitter, so zu verlieren. Spielerisch war es sicher nicht unsere beste Leistung, aber solche Partien gewinnst du nur über den Kampf, und den haben wir gezeigt“, erklärte der 32-Jährige. Leider habe das nötige Quäntchen Glück gefehlt. „Und wir müssen ein, zwei Chancen mehr reinmachen.“ Sich selbst nimmt Schäfer (1 Tor) ebenfalls in die Pflicht. Im Rückraum laste zu viel auf Marc Pechstein (8/2). „Da muss von uns anderen wieder mehr kommen. Wir trauen uns zu wenig zu, natürlich auch, weil es bisher nicht so gut lief.“

Aues Trainer Stephan Swat verlor nach der bitteren Pille nicht viele Worte. Er lobte sein Team vor allem für die überragende kämpferische Leistung.

Bildtext: Philip Jungemann machte am Sonntag im Heimspiel gegen den TV Emsdetten am Kreis eigentlich eine gute Figur. Aber der 20-Jährige ließ vor allem in der zweiten Hälfte mehrere freie Einwurfgelegenheiten aus. FOTO: LARS ROSENKRANZ
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